Der Lebenssinn ist für viele Menschen kein dauerhaft präsentes Thema – bis zu dem Moment, in dem er zu fehlen scheint. Oft tritt diese Frage nicht in Zeiten äußerer Krisen auf, sondern mitten im scheinbar geordneten Leben. Alles funktioniert, der Alltag läuft, Verantwortung wird getragen. Und dennoch entsteht innerlich eine Leere, ein diffuses Gefühl, dass etwas Entscheidendes fehlt. Genau hier beginnt die Auseinandersetzung mit dem Lebenssinn.
Lebenssinn ist kein abstraktes philosophisches Konzept, sondern eine zutiefst persönliche Erfahrung. Er zeigt sich nicht in großen Antworten, sondern im inneren Erleben von Stimmigkeit. Wenn Menschen ihren Lebenssinn spüren, fühlen sie sich verbunden, lebendig und ausgerichtet. Fehlt dieses Gefühl, entsteht Orientierungslosigkeit, selbst wenn äußerlich alles vorhanden ist.
Gerade in der Lebensmitte rückt der Lebenssinn oft in den Vordergrund. Erfahrungen, Verluste, Erfolge und Enttäuschungen verdichten sich. Alte Ziele verlieren an Bedeutung, neue sind noch nicht greifbar. Diese Phase ist kein Zeichen von Versagen, sondern ein natürlicher Übergang. Die Frage nach dem Lebenssinn ist Ausdruck innerer Reife.