Selbstwirksamkeit stärken bedeutet, wieder in Kontakt mit der eigenen inneren Kraft zu kommen. Es ist das Gefühl, dem eigenen Leben nicht ausgeliefert zu sein, sondern Einfluss nehmen zu können – auf Gedanken, Entscheidungen, Handlungen und den eigenen Weg. Viele Menschen verlieren dieses Gefühl im Laufe ihres Lebens, oft unbemerkt. Verantwortung, Erwartungen, Anpassung und wiederkehrende Enttäuschungen können dazu führen, dass das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit schwindet. Zurück bleibt das Gefühl, zu funktionieren statt zu gestalten.
Gerade in Phasen des Umbruchs, etwa in der Lebensmitte, wird deutlich, wie wichtig Selbstwirksamkeit ist. Wenn äußere Sicherheiten wanken oder alte Lebensmodelle nicht mehr tragen, zeigt sich, wie stabil das innere Fundament wirklich ist. Selbstwirksamkeit ist dabei kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die sich entwickeln, verlieren und wieder stärken lässt. Sie beginnt nicht im Außen, sondern im inneren Erleben.
Selbstwirksamkeit stärken heißt nicht, alles kontrollieren zu wollen. Es geht vielmehr darum, sich selbst als handlungsfähig zu erleben, auch dann, wenn Umstände herausfordernd sind. Dieses innere Erleben beeinflusst maßgeblich, wie Menschen mit Krisen umgehen, Entscheidungen treffen und Veränderungen zulassen.